Grönland und die Antarktis haben seit 1979 insgesamt 12,5 Billionen Tonnen Eis verloren, was zu einem Anstieg des Meeresspiegels um etwa 3,2 Zentimeter geführt hat. Diese Erkenntnisse stammen aus einer umfassenden wissenschaftlichen Studie, die zeigt, dass der Rückgang des Eises in den letzten Jahrzehnten, insbesondere seit den 1990er Jahren, an Fahrt gewonnen hat. Der Großteil dieses Rückgangs wird höheren Ozeantemperaturen zugeschrieben, die dazu führen, dass Gletscher mehr Eis ins Meer abgeben.
Auswirkungen von Temperaturänderungen auf Gletscher
Basierend auf dieser Studie waren Gletscher in den 1970er und 1980er Jahren relativ stabil, aber seitdem hat sich der Rückgang des Eises schnell beschleunigt und erreichte in den 2010er Jahren seinen Höhepunkt. Dieser Trend steht eindeutig im Zusammenhang mit steigenden Luft- und Wassertemperaturen. Ines Outosaka, eine Gletscherwissenschaftlerin von der Universität Northumbria, erklärt, dass die Veränderungen eindeutig mit höheren Temperaturen verbunden sind.
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Forschungen zeigen, dass etwa 84 Prozent des Rückgangs des Eises auf die Abgabe von Eis in die Ozeane zurückzuführen sind, während Oberflächenprozesse die verbleibenden 16 Prozent ausmachen. Die hohen Wassertemperaturen können das Eis von unten und um die Ränder der Gletscher erodieren und den Fluss in Richtung Ozean erhöhen. Zum Beispiel zieht sich der Jakobshavn-Gletscher in Grönland täglich um bis zu 50 Meter zurück.
Folgen des Anstiegs des Meeresspiegels für die Küsten Europas
Der Anstieg des Meeresspiegels aufgrund des Rückgangs des Eises um etwa 3,2 Zentimeter seit 1979 könnte ernsthafte Folgen für die Küstenregionen Europas haben. Schätzungen zeigen, dass für jeden Zentimeter Anstieg des Meeresspiegels möglicherweise zwei bis drei Millionen weitere Menschen in Küstengebieten dem Risiko von jährlichen Überschwemmungen ausgesetzt sind. Obwohl zwischen 2020 und 2023 ein Rückgang des Eises festgestellt wurde, warnen Forscher, dass dieser Rückgang auf kurzfristige Wetterbedingungen zurückzuführen ist und nicht bedeutet, dass sich der langfristige Trend ändert.
Darüber hinaus können die Reaktionen der Gletscher auf den Klimawandel Jahre und sogar Jahrzehnte dauern. Das bedeutet, dass der Rückgang des Eises auch bei kontrollierter globaler Erwärmung weitergehen könnte. Diese Studie wurde in der wissenschaftlichen Zeitschrift Scientific Data veröffentlicht und betont die Bedeutung der Aufmerksamkeit auf den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf Küstengemeinschaften.
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