Die linken Parteien in Schweden haben mit der Mehrheit im Parlament bei den jüngsten Parlamentswahlen erfolgreich ein neues Bündnis gebildet. Dieses Bündnis unter der Führung von Magdalena Andersson, der Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei, umfasst die Linke, die Grünen und die Zentrumspartei. Während dieses Bündnis mit einer Mehrheit von drei Sitzen im 349 Sitze umfassenden schwedischen Parlament (Riksdag) über die rechten Parteien unter der Führung von Ulf Kristersson siegte, war das Endergebnis äußerst knapp, und nur etwa 50.000 Stimmen trennten die beiden Seiten voneinander.
Herausforderungen bei der Regierungsbildung
Für Andersson beginnt nun die harte Arbeit. Sie ist verpflichtet, mit den anderen Parteien ihres Bündnisses eine Regierung zu bilden, was wahrscheinlich schwierige Verhandlungen mit sich bringen wird, da es erhebliche ideologische Unterschiede innerhalb des Bündnisses gibt. Die Zentrumspartei hat erklärt, dass sie eine Regierung, die der Linken Kabinettposten einräumt, nicht unterstützen wird, während die Linke auf ministerielle Vertretung besteht. Andersson hat auch angedeutet, dass die Wähler „eine neue Richtung“ für Schweden gewählt haben.
Mehr lesen: Mark Carney begrüßt den Vorschlag zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union
Internationale Reaktionen und der Status der Parteien
Ulf Kristersson, der ehemalige Ministerpräsident, hat nun zurückgetreten, aber wenn Andersson es nicht schafft, ein funktionierendes Kabinett zu bilden, könnte er versuchen, eine alternative Option zu schaffen. Kristersson hat Respekt für Anderssons Bemühungen zur Regierungsbildung gezeigt und ihr viel Glück bei der Berücksichtigung der internen Spaltungen in ihrem Bündnis gewünscht. Die Regierungsbildung in Schweden, insbesondere in Koalitionsregierungen, dauert in der Regel mehrere Wochen. Im Jahr 2022 dauerte dieser Prozess mehr als fünf Wochen, und nach den Wahlen 2018 dauerte es fast 20 Wochen.
Trotz des Sieges des linken Bündnisses hat die Sozialdemokratische Partei ihr schlechtestes Ergebnis seit über einem Jahrhundert erzielt, hat acht Sitze verloren und nur 28 % der Gesamtstimmen erhalten. Diese Partei, die im größten Teil des 20. Jahrhunderts Schweden regiert hat, gilt immer noch als die größte Partei des Landes. Auch die extremen rechten Parteien, die Schwedendemokraten, haben zum ersten Mal seit ihrem Einzug ins Parlament im Jahr 2010 an Unterstützung verloren, und ihr Stimmenanteil ist auf 17,5 % gesunken, wodurch sie 11 Sitze im Parlament verloren haben.
Auf internationaler Ebene hat Pedro Sánchez, der Ministerpräsident Spaniens, dieses Ergebnis als Sieg für die soziale Demokratie und den Wohlfahrtsstaat begrüßt.
Mehr lesen: Zelensky: Die Ukraine ist bereit für einen Energie-Waffenstillstand, aber Russland hat noch nicht zugestimmt · Die schwedische Linke führt mit 176 Sitzen in den vorläufigen Wahlergebnissen




