Eine neue Studie zeigt, dass Europäer weiterhin an den europäischen Traum glauben, jedoch pessimistisch hinsichtlich seiner Verwirklichung sind. In dieser Studie mit dem Titel „Nostalgie für die Zukunft: Ein unvollendetes Lied Europas“ sprechen die Autoren von einer „imaginären Kluft“, die auf einen Rückgang des öffentlichen Vertrauens in die Möglichkeiten des Kontinents hinweist.
Bedenken zur aktuellen Lage Europas
Laut dieser Studie beschreiben 68 Prozent der Befragten die aktuelle Lage Europas als „allgemeinen Rückgang oder normalen Verlust“. Nur 12 Prozent bewerteten sie als einen „Moment des Erwachens oder der Erneuerung“. Diese Enttäuschung variiert in verschiedenen Ländern, wobei in Frankreich über 80 Prozent und in Großbritannien mit einem geringeren Abstand die Mehrheit zu demselben Ergebnis gekommen ist.
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Herausforderungen für den Kontinent Europa
Auf die Frage nach den größten Herausforderungen Europas verwiesen die Befragten hauptsächlich auf Krieg und Sicherheit, wobei 43 Prozent diese als die wichtigsten Herausforderungen ansahen. Außerdem nannten 33 Prozent der Befragten wirtschaftlichen Druck als eine Schlüsselherausforderung, während dieser Prozentsatz in Italien auf 41 Prozent und in Polen und den Niederlanden auf 23 Prozent sinkt.
Interessant ist die negative Meinung von 74 Prozent der Befragten zur Art und Weise, wie die EU mit den Herausforderungen umgeht. Darüber hinaus glauben 56 Prozent, dass die Zukunft des Kontinents tatsächlich „in Gefahr“ ist.
Positive Aussichten für die Zukunft
Trotz dieser Enttäuschung zeigt die Studie, dass 73 Prozent der Befragten weiterhin eine positive Perspektive für die Zukunft Europas haben. In ihrer Antwort auf die Frage, wie sie die nächsten zwei Jahrzehnte sehen, verwiesen sie auf zunehmende Einheit und politische Integration, Frieden und Sicherheit sowie gemeinsamen Wohlstand.
In diesem Zusammenhang wurden Probleme wie langsames Handeln und mangelnde Stabilität der EU als Hauptgründe für den Rückgang des öffentlichen Vertrauens identifiziert. Insbesondere 32 Prozent der Befragten gaben an, dass Europa sehr langsam handelt, und 30 Prozent sind der Meinung, dass die Union nicht in der Lage war, ihren Werten treu zu bleiben.
Paweł Żerka, einer der Autoren dieses Berichts, betont, dass diese Erkenntnisse nicht als Anstieg des Euroskeptizismus interpretiert werden sollten, sondern dass das Hauptproblem hier die Glaubwürdigkeit ist. Laut ihm können die Menschen sich keinen akzeptablen Weg vom aktuellen Zustand Europas zu der Zukunft, die sie sich wünschen, vorstellen.
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