Die digitale Identitäts-Wallet der Europäischen Union (EUDI Wallet) wird eingeführt und hat das Ziel, die administrativen Prozesse für Bürger, Einwohner und Unternehmen in den Mitgliedstaaten dieser Union zu vereinfachen. Dieses Programm, das bis Ende dieses Jahres in Betrieb genommen wird, bietet einen privaten Raum zur Speicherung und zum Teilen persönlicher Dokumente und ermöglicht den digitalen Zugang zu öffentlichen und privaten Dienstleistungen.
Funktionen der digitalen Identitäts-Wallet
Die digitale Identitäts-Wallet ist eine kostenlose Anwendung, die Nutzer auf ihren mobilen Geräten herunterladen können. Dieses Programm ermöglicht es den Nutzern, anstelle von großen Speichersystemen wie Apple und Google Wallet, mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu haben. Darüber hinaus muss jedes Mitgliedsland der Europäischen Union seine eigene digitale Wallet erstellen, während diese Anwendungen die gleichen technischen Standards einhalten müssen, damit die Nutzer auf verschiedene Dienstleistungen an jedem Ort in Europa zugreifen können.
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Vorteile und Herausforderungen
Die digitale Identitäts-Wallet ist Teil der eIDAS 2.0-Verordnung, die darauf abzielt, einen einheitlichen digitalen Markt für elektronische Identifizierung zu schaffen. Diese Anwendung ermöglicht es den Nutzern, wichtige Dokumente in einem privaten digitalen Raum zu speichern. Diese Dokumente können offizielle Unterlagen wie Personalausweise, medizinische Unterlagen, Universitätsdiplome und sogar Flugtickets umfassen. Nutzer können über diese Wallet ihre Dokumente sowohl online als auch offline mit staatlichen und privaten Stellen teilen.
Dennoch bringt die Integration eines so hohen Volumens sensibler Informationen in ein digitales System auch Risiken mit sich. Laut Thomas Lohninger, Geschäftsführer der NGO epicenter, könnte der Zugriff auf alle sensiblen Informationen gefährdet sein, wenn alle Informationen in einem einzigen Korb liegen, falls es zu technischen Pannen oder Hacks kommt. Zudem gibt es Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Kontrolle über die Daten, insbesondere in Bezug auf das, was Datenschutzaktivisten als „Überidentifizierung“ bezeichnen.
Beispielsweise könnte diese Wallet so gestaltet werden, dass gültige Identifikationen leicht und kostengünstig verfügbar sind, was dazu führen könnte, dass Organisationen eine Identifizierung anfordern, selbst in Fällen, in denen dies zuvor nicht erforderlich war. Dies könnte die Privatsphäre der Einzelnen gefährden und sie zwingen, mehr Informationen preiszugeben, als notwendig ist.
Schließlich wird die Art und Weise, wie jedes Mitgliedsland die Datenspeicherung handhabt, erhebliche Auswirkungen auf die Sicherheit und den Datenschutz der Nutzer haben. Dezentrale Strukturen, bei denen alle Dokumente ausschließlich auf sicheren Hardware-Chips von Smartphones gespeichert werden, gelten als die beste Option zum Schutz der Privatsphäre. Während cloudbasierte Optionen oder zentrale Server potenzielle Risiken durch Hacker mit sich bringen können.
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