Russland sieht sich neuen Herausforderungen bei der Sicherstellung von Ärzten gegenüber. Trotz eines beispiellosen Anstiegs der Anfragen für Facharztausbildungen sind viele dieser Stellen unbesetzt geblieben. Diese Situation ist auf neue Gesetze zurückzuführen, die Absolventen verpflichten, vor ihrem Abschluss Arbeitsverträge zu unterschreiben.
Herausforderungen bei der Anwerbung von Ärzten in ländliche Gebiete
Etwa 1.500 Facharztstellen an großen medizinischen Universitäten in Russland sind unbesetzt geblieben. Die Universitäten von Perm und Sechenov konnten jeweils 289 und 211 ihrer Facharztstellen nicht besetzen. Diese Engpässe betreffen gefragte Fachrichtungen wie Anästhesie, Intensivmedizin, Chirurgie und Onkologie. Während über 591.000 Anfragen für staatliche Facharztausbildungen an den Universitäten des Gesundheitsministeriums eingegangen sind, scheinen die neuen Gesetze das Haupthindernis für die Anwerbung von Ärzten, insbesondere in ländlichen und kleinen Gebieten, zu sein.
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Folgen der neuen Einstellungsrichtlinien
Ab dem 1. März werden alle staatlichen Facharztausbildungen gezielt zugewiesen. Die Studierenden sind verpflichtet, einen Vertrag mit ihrem zukünftigen Arbeitgeber zu unterschreiben und müssen sich verpflichten, für einen Zeitraum von 18 Monaten bis drei Jahren nach ihrem Abschluss in Krankenhäusern zu arbeiten, die durch die gesetzliche Krankenversicherung abgedeckt sind. Bei Nichterfüllung der Verpflichtungen sind die Absolventen verpflichtet, die Studiengebühren zurückzuzahlen und eine Strafe zu zahlen. Diese Bedingungen führen eindeutig dazu, dass sich Studierende von ländlichen Gebieten fernhalten, wo die Lebensbedingungen und Einkommen deutlich niedriger sind als in großen Städten.
Die Tatsache, dass junge Ärzte nicht bereit sind, in ländlichen Krankenhäusern zu arbeiten, deutet klar auf tiefere Herausforderungen hin. Dünn besiedelte Gebiete und schwierige Wetterbedingungen, insbesondere in Sibirien und im Fernen Osten Russlands, verschärfen dieses Problem. Während Sibirien 77 Prozent des russischen Territoriums abdeckt, leben dort nur 36 Millionen Menschen, von denen die meisten in Städten entlang der Transsibirischen Eisenbahn wohnen. In diesen Gebieten sinkt die Temperatur im Winter normalerweise unter -40 Grad Celsius.
Der Ärztemangel im Fernen Osten Russlands ist stark spürbar. Zum Beispiel haben lokale Ärzte in der Region Kamtschatka berichtet, dass sie gezwungen sind, mehrere Krankenhausabteilungen gleichzeitig zu betreuen. Während der COVID-19-Pandemie verloren fünf Ärzte in dieser Region ihr Leben, was laut lokalen Ärzten eine katastrophale Zahl für eine solche Region darstellt. Ähnliche Bedingungen wurden auch in Jakutien und Krasnodar gemeldet, wo Krankenhäuser selten über spezialisierte Abdeckungen verfügen.
Angesichts der Tatsache, dass dieses System der Facharztzuweisung an frühere sowjetische Systeme erinnert, gibt es Bedenken hinsichtlich möglicher Missbräuche und negativer Auswirkungen auf die Anwerbung von Ärzten. In der Sowjetzeit standen Universitäten direkt unter der Aufsicht der Ministerien, und Absolventen waren verpflichtet, in bestimmten Regionen zu arbeiten. Während sich dieses System stark verändert, müssen die zuständigen Behörden dennoch Lösungen finden, um Ärzte in dünn besiedelte Gebiete zu locken.
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