Die Existenz von über 8500 verdächtigen Konten in sozialen Netzwerken hat Bedenken hinsichtlich ausländischer Einmischungen in die Wahlen in Schweden aufgeworfen. Diese Konten, die hauptsächlich aus Nigeria, Ghana und Benin aktiv sind, haben sich vor den allgemeinen Wahlen in Schweden, die am Sonntag stattfanden, vermehrt.
Untersuchungen und Beweise
Analysten der niederländischen Firma Trollrensics und der gemeinnützigen Organisation Alliance4Europe haben in Zusammenarbeit mit einem schwedischen Nachrichten Netzwerk diese Konten identifiziert. Diese Konten zeichnen sich hauptsächlich durch ähnliche Identitäten, gestohlene Bilder und Überschneidungsmuster in den schwedischen politischen Konten, denen sie folgen, aus. Außerdem veröffentlichen diese Konten selten originäre Inhalte und suchen stattdessen nach echten schwedischen Konten in politischen Diskussionen.
Berichte zeigen, dass einige dieser Konten bis zu 30 Prozent ihrer Follower von verdächtigen Konten erhalten haben, die in Nigeria, Benin und Asien registriert sind. Diese Konten zeigen auch eine größere Neigung zu rechten Quellen und Personen, die mit der schwedischen Moderaten Partei verbunden sind.
Die Rolle sozialer Netzwerke und Sicherheitsbedrohungen
Untersuchungen zeigen, dass diese Konten möglicherweise Teil eines Geschäftsmodells sind, das für verschiedene Kunden eingesetzt wird. Laut Robert van der Noord, einem der Gründer von Trollrensics, wurden solche Konten bei verschiedenen Wahlen in ganz Europa, einschließlich der Niederlande und Ungarn, identifiziert. Einige dieser Konten ändern ihre Identität, wenn sie an politischen Diskussionen von einem Land ins andere teilnehmen.
Während schwedische Beamte erklärt hatten, dass ihr Land nicht das vorrangige Ziel für russische Einflussnahme sei, warnten sie jedoch, dass die Wahlen unter ernsthaften Sicherheitsbedingungen stattfinden und feindliche Akteure versuchen könnten, bestehende Spaltungen zu verstärken oder das Vertrauen in den Wahlprozess zu untergraben. Außerdem wurden vor den Wahlen pro-russische Aktivitäten beobachtet, die die Verbreitung gefälschter Videos beinhalteten.
Nach den Wahlen wurden unbegründete Behauptungen über weit verbreiteten Wahlbetrug veröffentlicht, und einige Beiträge behaupteten fälschlicherweise, dass ein hochrangiger Beamter der Wahlbehörde den Sozialdemokraten angehört. Die schwedische Psychologische Verteidigungsagentur gab bekannt, dass die Behörden umfassende Maßnahmen zum Schutz der Öffentlichkeit vor Fehlinformationen, Propaganda und Versuchen zur Manipulation öffentlicher Diskussionen ergriffen haben.




