Die Vereinten Nationen (UN) haben Israel aufgefordert, internationalen Prüfern den Zugang zu allen Teilen Gazas zu gewähren. Diese Anfrage wird gestellt, während die Suche nach menschlichen Überresten aus den Trümmern dieses Landes, fast drei Jahre nach Beginn des Krieges, weiterhin andauert.
Notwendigkeit der Beweissammlung
Das Büro für Menschenrechte der Vereinten Nationen hat betont, dass die Sammlung von Beweisen an den zerstörten Orten von großer Bedeutung ist, und hat Israel aufgefordert, "internationalen Prüfern den Zugang zu allen Teilen Gazas zu gewähren, um bei der Beweissammlung zu helfen." Berichten zufolge sind die meisten der geborgenen Opfer Frauen und Kinder, was die Vereinten Nationen als ein Zeichen für mögliche Kriegsverbrechen während dieses Krieges betrachten.
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Volker Türk, der Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen, erklärte in einer Stellungnahme: "Überreste dessen, was anscheinend vollständige Familien sind, wurden an Orten gefunden, die stark durch israelische Angriffe zerstört wurden." Er äußerte auch seine Besorgnis darüber, dass "die geborgenen Überreste möglicherweise nur die Spitze des Eisbergs sind," ein Hinweis auf die Tatsache, dass "große Teile Gazas durch Bombardierungen oder durch Zerstörung und Räumung durch schwere Maschinen und Sprengstoffe vollständig verwüstet wurden."
Anzahl der Opfer und bevorstehende Herausforderungen
Nach Angaben des palästinensischen Zivilschutzes wurden seit November über 630 Leichname und andere Überreste aus den Trümmern zerstörter Gebäude in ganz Gaza geborgen. Das Büro für Menschenrechte der Vereinten Nationen hat auf eine Schätzung hingewiesen, dass mehr als 8.000 Menschen noch unter den Trümmern sind, eine Zahl, die darauf hinweist, dass das Ausmaß der Zerstörungen in diesem Land noch nicht vollständig erfasst ist.
Türk betonte, dass "alle möglichen Anstrengungen unternommen werden müssen, um diese Opfer zu dokumentieren und zu identifizieren, forensische Informationen und biologische Proben zu sichern, ihre Begräbnisorte zu registrieren und ihre Familien zu informieren." Er warnte auch, dass "die Entdeckung umfangreicher Überreste unter den Trümmern in der Stadt Gaza die Bedenken hinsichtlich Kriegsverbrechen und anderer schrecklicher Verbrechen erneut aufwirft."
Der Krieg in Gaza begann nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, der laut offiziellen israelischen Daten mindestens 1.195 Israelis das Leben kostete. Die Bombardierungs- und Bodenoffensive Israels hat große Teile Gazas verwüstet. Das Gesundheitsministerium von Gaza, das unter der Kontrolle der Hamas steht, hat erklärt, dass dieser Angriff bisher mehr als 73.000 Palästinenser getötet hat, darunter mehr als 1.350 seit dem Inkrafttreten des Waffenstillstands im vergangenen Oktober.
Für die europäischen Regierungen, die mit den diplomatischen Folgen dieses Konflikts umgehen, übt die Anfrage der Vereinten Nationen zusätzlichen Druck auf Israel aus, Gaza für unabhängige Inspektionen zu öffnen, während das Ausmaß der zivilen Verluste noch ermittelt wird.
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